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Heimat hat man immer im Herzen

Starkoch Mike Süsser wird ab 2019 das Gesicht der Nord Gastro & Hotel Husum | 20 Jahre Branchentreff und kein geringerer als TV-Koch Mike Süsser wird das „Gesicht“ der Nord Gastro & Hotel für die kommenden drei Jahre. Geboren in Burg/ Dithmarschen erlernte er den Beruf des Kochs im Hotel-Restaurant „Zum Aussichtsturm“, danach zog es […]

news-featured-image Foto: Hotel Mallaun Zweiraum.eu

Starkoch Mike Süsser wird ab 2019 das Gesicht der Nord Gastro & Hotel

Husum | 20 Jahre Branchentreff und kein geringerer als TV-Koch Mike Süsser wird das „Gesicht“ der Nord Gastro & Hotel für die kommenden drei Jahre. Geboren in Burg/ Dithmarschen erlernte er den Beruf des Kochs im Hotel-Restaurant „Zum Aussichtsturm“, danach zog es ihn vom Norden in die Welt. Stationen waren  Top Restaurants in der 5* Hotellerie unter anderem in der Schweiz, in Portugal, Spanien und den USA sowie auf Kreuzfahrschiffen. Heimisch ist Mike Süsser nun schon seit vielen Jahren im Salzkammergut. Einem breiten Publikum wurde der Wahlösterreicher als „Kochprofi“ der gleichnamigen Fernsehshow bekannt.  Viele weitere von ihm moderierte Kochsendungen folgten. Für Furore sorgt derweil das neue TV-Format „Mein Lokal – Dein Lokal“, in dem der Profi beim Gastro-Wettbewerb zwischen fünf Lokalbesitzern das Zünglein an der Waage ist. Der vielbeschäftige und engagierte Starkoch stand im Interview für ein paar Fragen zur Verfügung.


 Herr Süsser, Sie werden das Gesicht der Nord Gastro & Hotel.  Was genau ist damit gemeint?

Auch wenn ich seit 28 Jahren nicht mehr in Deutschland wohne und halbwegs Österreicher bin, fühle ich mich doch als Norddeutscher, denn Heimat hat man immer im Herzen. Ich ticke immer noch norddeutsch und habe diese Mentalität nie ganz abgelegt. Insofern übernehme ich die Aufgabe für die Fachmesse Nord Gastro & Hotel sehr gerne. Ich selbst bin seit 15 Jahren Unternehmer, mache seit zehn Jahren erfolgreiche Fernsehformate, bin Autor, Kolumnist und Moderator, habe die ersten Kochschulen in Oberösterreich gegründet und bin geschäftsführender Gesellschafter der Mi.t Gastro Management GmbH. Das ist ein Mehrwert, den ich gerne hergebe. Ich lasse alle daran teilhaben. Ich kann mir sehr gut vorstellen, für die Gastronomen eine gute Mischung zu finden und wertvolle Tipps zu geben.

Auf was können sich die Messebesucher einstellen?

Ich denke, die Gastronomen in Schleswig-Holstein dürfen noch etwas mutiger werden. Den Spruch „Bei uns sind die eigen und das geht hier nicht“, den hört man noch zu häufig. Ich möchte den Leuten Mut machen, für gute Qualität auch entsprechend Geld zu verlangen. Schließlich geben die Leute auch schon mal 9.50 Euro für einen guten Streetfood-Burger aus. Manches muss origineller und originaler werden. Auch mit trendiger Hausmannskost, kann man seine Fangemeinde finden. Man muss authentisch sein und man braucht eine Perspektive, um was zu ändern. Ich möchte mit meiner Hilfe den Gastronomen dabei unterstützen.

Wohin geht aus Ihrer Sicht die Entwicklung in der Branche? Geht es um Bio, um regional erzeugte Produkte oder wo sehen Sie den Trend?

Ein richtig guter Koch hat sich immer schon um die Region gekümmert. Das wird manchmal so dargestellt, als wäre das was Neues. Das ist Unsinn. Wir müssen lernen, mit etwas Demut an die Sache heranzugehen. Wir erfinden gar nichts Neues. Im großen Ganzen sind wir Köche keine Erfinder, sondern Finder. Wir finden etwas und können daraus etwas Tolles zusammenstellen. Dann kannst du auch mal den Matjes mit exotischen Zutaten kombinieren und jeder sagt: „Jippieh“!

Eigentlich hatten Sie ja mal ganz andere Berufspläne, sind dann aber Starkoch geworden…

Ganz ehrlich? Ob „Künstler“ oder nicht: Unser Beruf ist zunächst einmal ein echter Handwerksberuf. Köche sind Organisationstalente und lieben ihren kreativen Beruf. Essen machen heißt ja nicht nur: Du hast was auf der Gabel und beißt rein. Es gibt doch nichts anderes, was den Körper so durchwandert wie das Essen! Es gibt nichts Sinnlicheres. Du machst damit Menschen richtig glücklich!

Sie würden also jungen Leuten heute noch eine Ausbildung im dem Beruf empfehlen?

Den Beruf zu erlernen würde ich auf jeden Fall empfehlen, aber mit einer anderen Sichtweise. Wenn heute ein junger Mann zu mir kommt und will Koch lernen und auf die Frage nach seinen Berufswünschen angibt, dass er nach drei oder sechs Jahren Fernsehkoch werden will, dann sag ich schon mal: „Pass mal auf, Junge. Die waren 20 Jahre, 30 Jahre unterwegs, die können was. Da musst du erstmal hinkommen. Die gebratene Taube fliegt dir nicht in den Mund, du musst fleißig sein.“ Strebsam und fleißig sein, ist wichtig. Wir Unternehmer in der Gastronomie müssen allerdings auch ein neues Umfeld schaffen. Es ist schon richtig, dass wir unsere Mitarbeiter in all den Jahren ausgezutzelt haben und davon ausgegangen sind, dass diese jungen Menschen heute alle noch so ticken wie wir vor 30 Jahren. Drei Wochen Durcharbeiten mit 15 Stunden pro Tag ist heute nicht mehr sexy. Die „Generation Y“ muss man schon ernst nehmen. Wir müssen das Umfeld anpassen, angenehmere Arbeitszeiten schaffen. Wir müssen es attraktiv gestalten. Stichwort: „work-life-balance“. Wenn wir weiterhin diese jungen Menschen auslachen, dann haben wir ein Problem. Ergo: Die jungen Leute müssen an sich was ändern, wir Unternehmer und Gastronomen müssen auch etwas ändern.

Wie lange arbeiten Sie selbst denn so?

 60 bis 70 Stunden die Woche. Ich arbeite immer. Aber das ist nicht schlimm. Es ist mein Leben. Ich kann nicht einen Tag nichts tun. Ich habe ein schönes, breites Tätigkeitsfeld, bin seit 2004 selbstständig, seit 2009 kam das Fernsehen dazu, was superspannend ist. Ich habe nun eine schöne Mischung aus Kocheventshows, Gastkochrollen in Hotels, Einsätzen auf Messen und bei Moderationen. Es ist immer abwechslungsreich.

Die Nord Gastro & Hotel feiert in diesem Jahr ihren 20. Geburtstag. Warum ist aus Ihrer Sicht ein Messebesuch für die Fachleute immer noch unverzichtbar?

Die Branche lebt vom Austausch. Den kann man nie am Computer erleben. Das Knowhow und der Spaß – es ist ja fast wie auf einem Klassentreffen. Außerdem kann man alles anfassen, die Haptik erfahren und mit Fachleuten diskutieren. Und die Nord Gastro & Hotel ist noch „family“. Ich bin am 11. und 12. Februar auf der Messe in Husum und werde sicher für viele Ideen und Begegnungen zur Verfügung stehen.


Kontakt für Medienanfragen:

Messe Husum & Congress
Nina Conze

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +49 4841 902 – 484
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